Am 19.01.2025 fand der gemeinsame Neujahrsempfang der Gemeinde Leiferde und der evangelischen St. Viti Kirchengemeinde statt. Bürgermeisterin Stephanie Fahlbusch-Graber begrüßte zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Politik, Kirche, Vereinen und Verbänden.
In ihrer Ansprache betonte die Bürgermeisterin die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements in der Gemeinde. Trotz aktueller Herausforderungen nimmt die Zahl der ehrenamtlich engagierten Menschen deutschlandweit weiterhin zu – ein Trend, der sich auch in Leiferde zeigt.
Bürgerbeteiligung und Herausforderungen der Kommunikation
Unter dem Leitsatz „Mehr Bürgerbeteiligung wagen“ wurden im vergangenen Jahr verschiedene Veranstaltungen zur Dorfentwicklung durchgeführt. Trotz umfangreicher Bemühungen, Bürgerinnen und Bürger stärker einzubeziehen, war die Resonanz gemischt.
Während das erste geplante Dorfspiel mangels Anmeldungen abgesagt werden musste und an den Dorfrundgängen in Dalldorf und Leiferde jeweils nur vier Personen teilnahmen, gab es beim zweiten Versuch des Dorfspiels rund 20 Interessierte.
Diese Entwicklungen zeigen, dass weiterhin Herausforderungen in der Kommunikation bestehen.
Zugleich wurde betont, dass das Interesse an Dorfthemen durchaus vorhanden ist – so zeigte die rege Teilnahme am Kommunalen Entwicklungsbeirat und an Veranstaltungen zur Freiflächenphotovoltaik (FFPV) sowie der Diskussion um die Ortsbebauungsplanung (ÖBV) im Altdorf, dass viele Bürgerinnen und Bürger ihre Interessen vertreten oder sich engagieren möchten.
Dennoch besteht weiterhin Verbesserungspotenzial in der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere da die Berichterstattung durch regionale Medien wie die Aller Zeitung und Gifhorner Rundschau in den letzten Jahren spürbar nachgelassen hat.
Die Bürgermeisterin informierte zudem über den aktuellen Stand der ÖBV, die im vergangenen Jahr für Diskussionen gesorgt hatte. Derzeit werden alle eingegangenen Stellungnahmen durch das begleitende Fachbüro bearbeitet und dem Gemeinderat zur Beratung vorgelegt.
Ein zentrales Thema im vergangenen Jahr war die Novellierung der Grundsteuer. In Niedersachsen kommt das sogenannte Flächen-Lage-Modell zur Anwendung, wodurch sich für einige Grundstücke Änderungen in der Steuerlast ergeben können.
Die Gemeinde Leiferde hat es sich jedoch zum Ziel gesetzt, eine aufkommensneutrale Lösung zu finden. Durch eine Senkung der Hebesätze für die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Flächen) und B (bebaute und bebaubare Grundstücke) konnte dieses Ziel erreicht werden. Im Gegensatz zu anderen Kommunen wurde bewusst auf eine vorzeitige Erhöhung der Hebesätze verzichtet.
Ein bedeutender Schwerpunkt der kommenden Jahre ist die voneinander unabhängige Planung der 800-Jahr-Feier der Dörfer Dalldorf und Leiferde im Jahr 2026. Erste Gespräche mit den Vereinen haben bereits stattgefunden, und für das Frühjahr ist ein Leiferder Dorfabend geplant, um die Bevölkerung frühzeitig zu informieren und aktiv einzubeziehen.
Besonders erfreulich ist, dass ein Bürger sich bereit erklärt hat, die bestehende Dorfchronik zu erweitern. Vereine und Institutionen, die ihre Veranstaltungen unter das Motto „800 Jahre Leiferde“ stellen, können zudem einen Extrazuschuss beantragen, sofern diese in den geplanten Jahreskalender aufgenommen werden.
Zwei bemerkenswerte Projekte zur Dorfgeschichte wurden im vergangenen Jahr durchgeführt. Schülerinnen und Schüler der Sally-Perel-Realschule erforschten die Geschichte der Gefangenengräber auf dem Dalldorfer Friedhof, die an das Schicksal zweier Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine sowie eines in der Ukraine gefallenen Dalldorfer Arbeiters erinnern.
Ein weiteres Projekt beschäftigte sich mit der historischen Vermessung des Königreichs Hannover und der Rolle des Wohlenbergs dabei. Herr Sieland vom Landesamt für Vermessung verstand es an diesem Nachmittag eindrucksvoll den Anwesenden von dieser Vermessung zu berichten.
Beide Projekte zeigen eindrucksvoll, wie lebendig Geschichte in Leiferde vermittelt werden kann.
Die Gemeinde möchte sich in diesem Jahr gezielt bei der jungen Generation für ihr Durchhaltevermögen während der Corona-Pandemie bedanken. Deshalb wird für alle 16- bis 22-Jährigen der Eintritt zur Zeltdisco beim Schützenfest übernommen. Ursprünglich war eine gesonderte Dankeschön-Veranstaltung geplant, die jedoch nicht zustande kam. Nun soll die Anerkennung in das Schützenfest integriert werden.
Ein weiterer Punkt auf der Agenda war die Haushaltsplanung. Es ist geplant, erneut einen Doppelhaushalt für die Jahre 2026/2027 aufzustellen. Die Bürgermeisterin rief alle Beteiligten auf, frühzeitig ihre geplanten Projekte zu melden, um Fördermittel gezielt zu beantragen.
Pastorin Werber sprach in ihrem Grußwort über die Jahreslosung 2025: „Prüft alles und behaltet das Gute!“. Symbolisch wurden kleine Schachteln mit Süßigkeiten verteilt, um die Botschaft zu unterstreichen, dass jeder das Gute für sich herausnehmen kann, ohne das des anderen zu bewerten.
Beim Neujahrsempfang wurden zahlreiche ehrenamtlich Engagierte geehrt. Hervorzuheben sind unter anderem:
- Charlotte und Sandra Kublank, die für ihre engagierte Arbeit in den Kindergottesdiensten ausgezeichnet wurden.
- Das Team von „Hof 33 leuchtet“, bestehend aus Heiko Botsch, Stefan Bode, Tobias Pfefferkorn, Steven Pfefferkorn und Per-Olaf Strachotta. Ihr Projekt, das nach der Pandemie ins Leben gerufen wurde, hat erneut Hunderte von Menschen zusammengebracht.
- Anneliese Ebeling die für 40 Jahre betreiben der Kleiderkammer geehrt wurde.
Zum Abschluss des Nachmittags sprach die Bürgermeisterin ihren Dank an alle Helferinnen und Helfer aus, insbesondere an die Küchencrew des DRK, die für das leibliche Wohl sorgte, an Herrn Sieland für seinen Vortrag sowie an die Musikerinnen und Musiker des SMG Meinersen.
Die Gemeinde Leiferde blickt zuversichtlich auf das neue Jahr und freut sich auf viele gemeinsame Projekte und Veranstaltungen.