Das Ehrenzeichen am Bande des Landes Niedersachsen erhielt am Sonnabend der Meinerser Ortsbrandmeister Kai Ludolf. Der stellvertretende Kreisbrandmeister und Abschnittsleiter Süd, Matthias Klose, betonte in seiner Laudatio, dass damit Ludolfs jahrzehntelanges Engagement im Feuerwehrwesen ausgezeichnet wird.
Die Führungskräfte der zwölf Feuerwehren der Samtgemeinde Meinersen trafen sich am Sonnabend, 29. März im Feuerwehrhaus in Hillerse zu ihrer diesjährigen Jahresversammlung.
Der Samtgemeindebrandmeister Sven J. Mayer berichtete der Versammlung, dass Corona und die folgen am Arbeitsmarkt dazu geführt haben, dass durch Homeoffice die Tagesalarmsicherheit gestiegen sei. Das habe dazu geführt, dass die Alarm- und Ausrückeordnung angepasst werden konnte.
Außerdem wurde ein samtgemeindeeinheitliches Funkkonzept eingeführt, dass die Kommunikation gerade bei größeren Schadenslagen weiter verbessern soll.
Derzeit befinden sich der Einsatzleitwagen sowie zwei Gerätewagen Logistik in der Beschaffungsphase.
Im vergangenen Jahr wurden in Müden ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 10) sowie zwei Mannschaftstransportwagen in Müden und Hillerse in Dienst gestellt. Erstmals wurde in der Samtgemeinde ein hydraulischer Rettungssatz auf Akku- Basis angeschafft.
Auch bei den Feierlichkeiten zum 50- jährigen Jubiläum der Samtgemeinde war die Feuerwehr mit einer Blaulichtmeile, Vorführungen und ihren Musikzügen vertreten.
Durch die Fusion der Feuerwehren Böckelse und Flettmar gibt es jetzt zwölf Feuerwehren, von denen drei als Feuerwehrstützpunkte aufgestellt sind.
Mit 508 Einsatzkräften sei die Anzahl der Aktiven wieder leicht zum Vorjahr gestiegen. Doch die Altersstruktur zeige, dass auch weiterhin intensiv für den Dienst in der Feuerwehr geworben werden müsse.
Das Einsatzgeschehen des vergangenen Jahres ließ der stellvertretende Samtgemeindebrandmeister André Eckstein Revue passieren.
Mit 115 Einsätzen war es ein eher ruhiges Jahr, auch wenn im langjährigen Durchschnitt ein kontinuierlicher Anstieg der Einsatzzahlen zu verzeichnen sei.
Erfreulich war, dass es sich bei den 34 Brandeinsätzen zumeist um Kleinbrände handelte.
Bei den 79 Hilfeleistungen waren wieder zehn Verkehrsunfälle, aber auch 13 Ölspuren, zehn umgefallene Bäume und mehrfache Amtshilfen, zum Beispiel als Trageunterstützung des Rettungsdienstes oder zur Türöffnung.
Zweimal wurden Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen gestellt.
Bild: FB Presse- & Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr der SG Meinersen, Timm Bußmann
Der größte und aufwendigste Einsatz waren die Absperrmaßnahmen nach einem Bombenfund zwischen Müden und Flettmar im April.
Über 170 Jugendliche in den neun Jugendfeuerwehren und 127 Mitgliedern in den sieben Kinderfeuerwehren berichtete der Samtgemeindejugendfeuerwehrwart Stefan Böttger. In beiden Bereichen sind leichte Zuwächse zu dem Vorjahr zu verzeichnen. Allerdings haben mit den Jugendfeuerwehren Ettenbüttel, Flettmar und Ohof drei Wehren auch Nachwuchssorgen.
Über 127 bestandene Lehrgänge auf Samtgemeinde-, Kreis- und Landesebene berichtete der Samtgemeindeausbildungsleiter David Radke. Leider habe die Samtgemeinde auf Kreis- und Landesebene nur rund 60 Prozent der angeforderten Lehrgänge auch bekommen. Erstmals wurde im vergangenen Jahr die Modulare Grundlagenausbildung durchgeführt, sie ersetzt die bisherige Grundausbildung und stellt die Stufen Einsatzfähigkeit, Truppmitglied und Truppführende da.
Bei den Leistungsvergleichen in Ahnsen waren insgesamt 15 Gruppen am Start.
Acht Unfallberichte mussten im vergangenen Jahr die Sicherheitsbeauftragten schreiben. Das ging aus dem Bericht der Samtgemeindesicherheitsbeauftragten Marlis Sørensen hervor.
Für das Samtgemeindeatemschutzteam berichtete David Laske, dass derzeit 152 Atemschutzgeräteträger in den Feuerwehren der Samtgemeinde tätig sind.
Die Tätigkeit der Funkbeauftragten beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Update der Funkgeräte sowie der Reparatur von Funkmeldeempfängern. Das berichtete der stellvertretende Samtgemeindefunkbeauftragte Christian Lenz.
Erfreuliches gab es von Isabel Tamsel aus der Kleiderkammer zu berichten. Die durch Lieferschwierigkeiten ausgedünnten Bestände konnten im vergangenen Jahr wieder aufgefüllt werden.
320 Kinder aus Kindergärten, Tagespflegestellen und Schulen unterrichteten im vergangenen Jahr die Brandschutzerzieher. Darüber sprach Sebastian Lehmann.
Mayer dankte dem scheidenden Ortsbrandmeister von Hahnenhorn, Heiko Thiele, sowie seinen bis 2023 tätigen Stellvertreter Hartmut Köhler für ihre langjährige Tätigkeit. Zum neuen Ortsbrandmeister von Hahnenhorn wurde Sebastian Wiechers ernannt, vertreten wird er von Thorsten Flahr.
Für die Ortswehr Flettmar wurde Timo Meyer als weiterer stellvertretender Ortsbrandmeister eingesetzt.
Klose überreichte die Ehrennadel in Silber des Kreisfeuerwehrverbandes an Felix Brennecke und Thorben Beck aus Leiferde, Kai Hasenjaeger aus Flettmar erhielt das Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen in Bronze. Außerdem wurde der ausgeschiedene Ortsbrandmeister von Hahnenhorn, Heiko Thiele, zum Ehrenortsbrandmeister ernannt.
Verabschiedet wurden auch die Funkbeauftragten Frank Güldenpfennig und Christian Lenz. Dieses Amt wurde nicht wieder neu besetzt, die Arbeiten wird der hauptamtliche Gerätewart der Samtgemeinde übernehmen.
Stehende Ovationen gab es bei der Verabschiedung von Nicole Jacobi. Sie hat vor 16 Jahren Pionierarbeit geleistet und in Hillerse die erste Kinderfeuerwehr gegründet. Seither war sie in der Kinder- und Jugendarbeit immer in verantwortlicher Position, zuletzt als stellvertretende Samtgemeindejugendfeuerwehrwartin. Ihr Amt übernahm Elena Klann aus Müden.
Mayer beförderte Carsten Schaffhauser zum Oberlöschmeister, Stefan Böttger zum Hauptlöschmeister und Niko von Köckritz zum Hauptbrandmeister.
Der Erste Samtgemeinderat Steffen Weichsler und der Ratsvorsitzende Wilfried Voiges nahmen die Grußworte zum Anlasse, um den Ehrenamtlichen der Feuerwehren für ihre herausragende Arbeit zu danken.
Matthias Klose betonte, dass durch die Veränderungen der Grundlagenausbildung im Land auch im Kreis noch weitere Regelungen gefunden werden müssen.
Für die musikalische Untermalung der Versammlung sorgte der Feuerwehrmusikzug Ahnsen- Meinersen unter der Leitung von Christian Niebuhr.