Energieexperten diskutieren Maßnahmen zur Wärmewende in der Samtgemeinde Meinersen

Geschrieben am 25.03.2026
von SG Meinersen


 

„Akteursworkshop Gruppenfoto“:
Gemeinsam wollen sie die Wärmewende in der Samtgemeinde vorantreiben: Akteure aus Handwerk, Politik, Verwaltung und Energiewirtschaft diskutierten Maßnahmen und gaben Empfehlungen für deren Priorisierung ab.


 

🏛️

Akteursveranstaltung zur Wärmewende

Vertreter aus Energiewirtschaft, Verwaltung, Politik und Handwerk sowie der in Gründung befindlichen örtlichen Bürgerenergiegenossenschaft tauschten sich am Mittwoch, den 18. März, im Kulturzentrum Meinersen darüber aus, welche Maßnahmen die Wärmewende in der Samtgemeinde effektiv voranbringen können.

Diese Empfehlungen bilden eine Entscheidungsgrundlage für die Gemeinderäte von Müden, Hillerse, Leiferde und Meinersen.

Die Klimaschutzmanager der Samtgemeinde Meinersen Eduard Bayer und Heinz Schmitz hatten zur sogenannten „Akteursveranstaltung Teil II“ ins Kulturzentrum eingeladen.

Zu den Akteuren zählen alle, die zur Umsetzung der angestrebten Wärmewende in der Samtgemeinde beitragen können. Das sind u.a. Vertreter von Netzbetreibern und Energieversorgern, Schornsteinfeger, Heizungsinstallateure, Finanzierer, Energieberater sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung und natürlich der Bürgerenergiegenossenschaft in Gründung.

Ihre Expertise war gefragt, um über realisierbare Maßnahmen zu diskutieren und diese unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten zu priorisieren.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Samtgemeinderat und Fachbereichsleiter Tobias Kluge.

Fachliche Unterstützung bei der Durchführung der Veranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung fand er bei Sven Alex (enercity AG) und Lucas Bender (IP SYSCON GmbH).

Sie stellten in ihrem Vortrag die Ergebnisse aus der Bestandsanalyse (aktueller Verbrauch fossiler und regenerativer Energieträger) und der Potenzialanalyse (vorhandene Möglichkeiten für eine klimaneutrale Wärmegewinnung) für die Samtgemeinde Meinersen vor.

Auf dieser Grundlage hatten sie in Abstimmung mit den örtlichen Klimaschutzmanagern zehn Maßnahmenvorschläge für die Kommune entwickelt, die sie ebenfalls präsentierten.

Anschließend waren die lokalen Vertreter und Vertreterinnen gefragt, welche dieser Maßnahmen ( Kommunale Wärmeplanung / Samtgemeinde Meinersen) sie unter Gesichtspunkten von Wirtschaftlichkeit, Realisierbarkeit und Effektivität für die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde favorisieren.

Wobei sich einige der Maßnahmen bereits in der Umsetzung befinden, worauf Kluge hinwies.

Dazu gehöre die Gründung der Bürgerenergiegenossenschaft, welche zurzeit schon von einer Gruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger intensiv vorangetrieben wird.

Tobias Kluge ergänzt: „Die Samtgemeindeverwaltung wird prüfen, ob die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude an die Bürgerenergiegenossenschaft übertragen werden kann.“

Und noch eine Maßnahme wurde bereits von der Verwaltung vorbereitet: Die Beantragung von Fördermitteln der KfW für energetische Konzepte und Sanierungsmaßnahmen, die den vier Mitgliedsgemeinden zugutekommen sollen.

Entsprechende Beschlüsse liegen aus den Mitgliedsgemeinden Hillerse, Leiferde, Meinersen und Müden (Aller) vor.

Die Summe umfasse 75 bis 90 Prozent der Investitionskosten, was den Gemeindehaushalt deutlich entlasten würde.

„Die Mittel der KfW für das sogenannten Quartierskonzept sind endlich. Das heißt, wer schnell einen Antrag stellt, hat die besten Chancen, auch eine Förderung zu erhalten. Wer zu spät kommt, wird leer ausgehen“, erklärte Eduard Bayer.

Deshalb habe die Samtgemeindeverwaltung keine Zeit verloren und im Auftrag der Gemeinden mit der Bearbeitung der Förderanträge begonnen.

Lokale Akteure treiben die Energiewende voran

In den anschließenden Arbeitsgruppen stiegen die Energieexperten sogleich in den Austausch über die konkreten Gegebenheiten in den Ortsteilen ein.

Sie diskutierten die vorgestellten zehn Vorschläge für Maßnahmen und sogar darüber hinausgehende Ansätze und erläuterten, welchen Beitrag sie selbst zur Umsetzung beitragen könnten.

Mit dabei war unter anderem Nina Gilhaus-Nolte von der Firma Gilhaus Sanitär und Heizung aus Gerstenbüttel.

Ihr war der Termin wichtig, um sich darüber zu informieren, welche Maßnahmen in der Kommune geplant werden.

„Ich möchte unsere Kunden gut beraten können. Dazu muss ich wissen, welche Möglichkeiten im Bereich klimaneutraler Wärmeversorgung hier diskutiert werden. Denn unsere Aufgabe wird die Umsetzung, Betreuung und Instandhaltung der Anlagen sein. Außerdem möchte ich auch meine eigenen Erfahrungen in die Diskussion mit einbringen.“

Hinnerk-Bode-Kirchhoff, Mitglied des Samtgemeinderats Meinersen, war als Vertreter der Kommunalpolitik vor Ort, weil er meint:

„Ich finde es wichtig, dass man als Politiker weiß, was die örtlichen Handwerksbetriebe beschäftigt.“

Darüber hinaus war es ihm ein Anliegen, sich mit den anwesenden Energieexperten über Möglichkeiten auszutauschen, wie beispielswiese der durch Photovoltaik produzierte Strom in Höfen auch innerhalb der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden kann.

Detlev Ideker ist Mitglied der in der Gründung befindlichen Bürgerenergiegenossenschaft der Samtgemeinde Meinersen.

Er wollte wissen, welche Energieprojekte diskutiert werden und welche Ideen nach Ansicht der Fachleute wirtschaftlich umgesetzt werden können.

„Auf dieser Grundlage können wir in der Bürgerenergiegenossenschaft darüber sprechen, welche Projekte wir in Angriff nehmen wollen. Denn uns ist wichtig, dass die Energie, die wir in der Samtgemeinde erzeugen, auch hier verbraucht werden kann.“

Von der Avacon waren Marco Sobirey und Aida Schrader zur Akteursveranstaltung gekommen.

„Es ist unsere Aufgabe als Energieversorger, uns an der kommunalen Wärmeplanung zu beteiligen, unter anderem durch die Übermittlung relevanter Daten zu Gas- und Stromverbrauch. Wir begleiten derartige Projekte in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt seit 2023“, berichtete Marco Sobirey.

So geht es weiter
Die Ergebnisse des Expertenaustauschs wurden dem Samtgemeinderat am Folgetag präsentiert und werden nun an die Räte der vier Mitgliedsgemeinden weitergereicht. Dort wird auf Grundlage der Empfehlungen entschieden, welche Maßnahmen mit welcher Priorität in der Gemeinde umgesetzt werden sollen.