Planungsunterlagen für
Radweg eingereicht
Der Bürgerverein Radweg Leiferde-Ettenbüttel hat die Planungsunterlagen zum Bau des Radwegs bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eingereicht. Wenn alles optimal läuft, kann im Frühjahr 2027 mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Bereits seit 1995 fordert die Gemeinde Müden einen Radweg von Ettenbüttel nach Leiferde. Die Realisierung dieses Wunsches scheiterte jedoch bislang daran, dass dem Vorhaben im Rahmen der landesweiten Radwegeplanung nie die nötige Priorität eingeräumt wurde. Andere Projekte schienen wichtiger.
Das wollte die Samtgemeindebürgermeisterin Karin Single so nicht akzeptieren. Bei ihrem Antrittsbesuch in der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Jahr 2021 sprach sie das Thema an und erhielt einen guten Tipp vom Leiter des Geschäftsbereichs Wolfenbüttel Michael Peuke: Gründet einen Bürgerradwegverein, der die Vorplanung des Radwegs übernimmt. Dann besteht eine gute Chance, dass das Land Niedersachsen das Projekt realisiert!
Diese Botschaft nahm die damals frischgebackene Samtgemeindebürgermeisterin mit nach Hause und suchte Unterstützung im Samtgemeinderat. „Alle Ratsmitglieder haben das Projekt von Anfang an voll unterstützt. Auch diejenigen anderer Gemeinden“, erinnert sich Karin Single.
Im März 2023 war es dann soweit. Es wurde ein Bürgerradwegverein gegründet. Der Verein setzte ein sogenanntes Motivationsschreiben an das Land Niedersachsen auf, um von dort eine Zusage für den Bau und die Unterhaltung des Radwegs zu bekommen.
„Kurz vor Weihnachten 2023 erhielten wir ein Schreiben vom damaligen zuständigen Minister Olaf Lies, dass der Radweg vom Land finanziert wird unter der Voraussetzung, dass der Verein die gesamte Vorplanung des Projektes in die Hand nimmt“, erzählt Rüdiger Baars vom Verein.
Mit Unterstützung engagierter Mitarbeiterinnen aus der Samtgemeindeverwaltung, allen voran Isabell Tamsel (Fachbereich Planen und Bauen) sowie Laura Pahlmann (Fachbereich Liegenschaften), kümmerte sich der Bürgerverein um die Kartierung und die Ankäufe des benötigten Landes von den Eigentümern.
„Wir haben viel positives Feedback von den Bürgerinnen und Bürgern erhalten, weil wir bereit waren, neue Wege zu gehen, um den Radweg zu realisieren“, erzählt Tamsel.
Heute, nur drei Jahre später und damit in einer für Projekte dieser Art sehr kurzen Zeit, konnte Stefan Weinkopf vom beauftragten Ingenieurbüro die Planungsunterlagen an die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr als zuständige Behörde übergeben.
Geschäftsbereichsleiter Michael Peuke war sichtlich überrascht von der Größe der Delegation aus Meinersen, freute sich aber über das Engagement des Bürgervereins, einem von aktuell nur zwei Radweginitiativen dieser Art im Geschäftsbereich Wolfenbüttel. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit dem zuständigen Mitarbeiter aus seinem Haus, Viktor Kalisch, Radverkehrsbeauftragter des Geschäftsbereichs Wolfenbüttel.
Außerdem versprach er seine volle Unterstützung, damit einer zeitnahen Umsetzung des Projektes nichts im Wege steht. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, wie Tobias Kluge, Fachbereichsleiter Planen und Bauen der Samtgemeinde Meinersen, ausführt: „Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr wird nun den Landkreis Gifhorn beauftragen, den sogenannten Verzicht auf ein Planfeststellungsverfahren einzuleiten.“
Für die Radfahrer der Samtgemeinde Meinersen ist das eine sehr gute Nachricht. Schließlich ist es für sie bislang nicht möglich, gefahrlos von Ettenbüttel nach Leiferde zu kommen.
„Besonders der bei Pendlern beliebte Bahnhof in Leiferde und die dortige Außenstelle des Gymnasiums sind dann endlich sicher zu erreichen“, erklärt Single. Für die Bürgerinnen und Bürger von Ettenbüttel hat das Projekt noch einen weiteren Vorteil: Zur Realisierung des Radwegs wird am südlichen Ortseingang eine sogenannte Querungshilfe eingerichtet. Dadurch müssen die Autos hier langsamer fahren.
Weiterer Bürgerverein in Gründung
Der Erfolg der Initiative „Bürgerverein Radweg Leiferde-Ettenbüttel“ macht Mut, dass sich Engagement lohnt. Schon befindet sich der nächste Bürgerverein, dieses Mal für einen Radweg zwischen Ahnsen und Flettmar, in Gründung.
Die Samtgemeindebürgermeisterin Karin Single wirbt um Unterstützung. „Wir müssen dem Land Niedersachsen zeigen, dass wir den Radweg zwischen Ahnsen und Flettmar wirklich wollen! Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger Mitglieder des Vereins werden.“

